Gemüse, Rezept, Vegetarisch, Vorspeisen

„Hasselback“-Rüben mit Limettenbutter

Frühherbst oder Spätsommer?

Egal, wie man diese Zeit bezeichnet – ich liebe diese Tage, an denen es am Morgen herbstlich kühl ist, der Hochnebel in den Bergen hängt, beim ersten Kaffee des Tages am Balkon der Atem zu sehen ist, man aber weiß, dass spätestens das Mittagessen bei Sonne und Wärme draußen genossen werden kann.

Genauso ist auch dieses Essen: Herbstliches Wurzelgemüse mit sommerlichen Aromen.

Dem Ehemann/Testesser hats geschmeckt „A sehr a runde G´schicht“.

Apropos Geschichte: Der Name geht lt. Wikipedia auf den schwedischen Koch Koch Leif Elisson aus zurück, der diese Zubereitungsart 1953 im Restaurant Hasselbacken auf der Stockholmer Insel Djurgarden einführte. Es werden hier Kartoffeln eingeschnitten, mit Butter bestrichen und im Ofen gegart. Und nicht nur Kartoffeln kann man dafür verwenden.

Ich steh ja auf ausgefallene Gemüsesorten und -raritäten. Die rote Rüben der Sorte „Goldball“, die ich beim Netswerk geholt habe, (https://www.netswerk.net/gstadt/) eignen sich hervorragend für dieses Aromenzusammenspiel.

Vorspeise für 4 Personen:
4 Rote Rüben „Goldball“ (oder natürlich „normale“)

Limettenbutter:
50 g Butter
20 g Olivenöl
Schale und Saft von 1/2 Biolimette
1 Knoblauchzehe gehackt
5 g Ingwer gerieben
Salz und Pfeffer

Limetten-Petersilien-Joghurt
400 g griechisches Joghurt
1 Chilischote fein gehackt
1 Knoblauchzehe fein gehackt
1 Hand voll Petersilie gehackt
1 EL Olivenöl
Salz und Pfeffer

Jungzwiebel zur Dekoration



Das Backrohr auf 180 Grad Heißluft vorheizen. Die Rüben waschen und in eine ofenfeste Form mit ca. 2 cm Wasser geben. Ca. 1 Stunde im Ofen garen.

Während die Rüben im Ofen sind, alle Zutaten für die Limettenbutter in einen Topf geben und erhitzen, bis die Butter geschmolzen ist. Die Rüben in eine Auflaufform setzen und mit 1/3 der Limettenbutter beträufeln bzw. in die Einschnitte füllen. Für ca. 30 Minuten bei 190 Grad Heißluft im Ofen backen, bei der Hälfte der Backzeit wiederum mit 1/3 der Limettenbutter übergießen.

Für das Limetten-Petersilien-Joghurt alle Zutaten verrühren und abschmecken. Je nach gewünschter Schärfe kann mehr oder weniger Chili genommen werden.

Am besten schmeckt das Ganze, wenn die Rüben leicht lauwarm auf dem Joghurt angerichtet werden und mit der restlichen Limettenbutter und Jungzwiebelringen garniert werden. Wer mag, nimmt sich noch ein Stück Baguette dazu und setzt sich damit in die Sonne.

Viel Freude beim Nachmachen und lasst es euch schmecken!

Eure

Krista von kochliebe.at

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Fleisch, Jause, Rezept, Vorspeisen

Beef Tartar

Es gibt dieses eine Gericht auf der Speisekarte, das ich im Restaurant einfach immer bestellen muss, auch wenn es tausend andere feine Sachen gibt. Kennt ihr das?

So geht´s mir mit Beef Tartar.

Ab und zu belohne ich mich dann auch zu Hause damit. Belohnungen sind nämlich wichtig für die Seele 😊

Und ich sag´s gleich: ich hacke das Fleisch nicht selber, sondern lass mir das beim Fleischhauer meines Vertrauens doppelt faschieren. Ja, ich gestehe – da bin ich faul 😉

Und obwohl ich sonst eher der Typ „klassische Zubereitung“ bin, hab ich diesmal was dazugemischt, das mir bei einem meiner letzten Ausflügen in unseren Regionalladen in die Hände gefallen ist: Kürbiskern Spice vom Kürbishof Metz in Haag (https://www.biokuerbishof-metz.at/ – unbeauftragte, unbezahlte Werbung)

Kleiner Tipp am Rande noch:
es muss nicht zwingend das Filet vom Rind sein, ich nehme weißes oder schwarzes Scherzl, das schmeckt auch ganz fein.

1/2 kg schwarzes Scherzel – doppelt faschiert
50 g Zwiebel, fein gehackt
30 g Gurkerl, fein gehackt
1 TL Kapern
1 TL Abrieb von der Biozitrone
1 EL Rapsöl
2 EL Ketchup
1/2 TL Cayennepfeffer
1 TL englischer Senf

Als Spezialzutat: 1 TL Kürbis Spice (vom https://www.biokuerbishof-metz.at/ – wenn das nicht vorhanden ist, einfach mehr würzen oder die gute alte Worcestershiresauce nehmen.

Salz und Pfeffer (Achtung beim Salz, wenn man das Kürbis Spice verwendet, das ist ähnlich wie Sojasauce relativ salzig.

Alle Zutaten gut vermengen und dann entweder auf Toastbrot, getoastetem Schwarzbrot oder sonstigem Gebäck genießen.

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Gemüse, Rezept, Vegetarisch, Vorspeisen

Rote Rüben Carpaccio

Nach der Ostervöllerei wird’s wieder etwas leichter in der kochliebe-Küche. Wieder einmal ein Gericht mit einer meiner Lieblingsgemüsesorten, der Rauna. Eigentlich wollte ich das Rezept ja an einem frühlingshaften Tag posten, schaut aber so aus, als würde das noch a bissl dauern mit dem Frühling.

Damit ihr die Rote Rüben in ganze feine Scheiben schneiden könnt, braucht ihr entweder eine Küchenmaschine, einen Gemüsehobel oder so wie ich ein unglaublich scharfes handgeschmiedetes Messer mit Holzgriff – mein absolutes Lieblingsmesser. Das gute Stück habe ich meinem lieben Mann vor 3 Jahren zu meinem Geburtstag um 1 Euro abgekauft. Ja, abgekauft, weil es nämlich angeblich Unglück bringt, bzw. die Freundschaft zerschneidet, wenn man ein Messer herschenkt. Und dass wollen wir ja nicht.

Und wenn man kein Gemüse damit schneidet, eignet es sich am Besten überhaupt zum Speck schneiden😉👌.

Für 4 Personen als Vorspeise:

2 mittelgroße gekochte Rote Rüben

3 EL Sauerrahm
1 EL Agavendicksaft
2 EL Holunderblütenessig
2 EL Haselnussöl
Abrieb von 1/2 Bioorange
2 EL frischer Orangensaft
1 EL Kren

Die Rote Rüben in sehr dünne Scheiben schneiden und auf einem Teller auflegen und etwas salzen. Die restlichen Zutaten mit einem Quirl versprudeln und die Roten Rüben damit beträufeln. Dann den Kren darüber streuen. Ich habe zusätzlich noch mit Orangenscheiben, gekochten Wachteleiern und eingelegten Senfkörnern dekoriert.

Mit Baguette oder Brot servieren!

Mehr Rezepte mit roten Rüben: https://kochliebeat.wordpress.com/__trashed/ https://kochliebeat.wordpress.com/2021/03/16/rauna-aufstrich-crossover/ https://kochliebeat.wordpress.com/2021/01/30/be-my-valentine-dich-koch-ich-mir-ein-krenschaumsuppe-mit-rote-ruben-apfel-ravioli/

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Rezept, Vorspeisen

Lachsforellentartar auf 2erlei Mousse

Dank eines Kollegen komme ich zu Weihnachten immer zu selbst geräucherten Lachsforellenfilets aus unserem schönen Ybbstal. Eines dieser Filets hat über Neujahr im Kühlschrank darauf gewartet, von mir zu einem neuen Experiment verarbeitet zu werden. Heute präsentiere ich euch daher eine Vorspeise, die, wie man bei uns sagt „a Weda mocht“, also was her macht und trotzdem relativ einfach zu machen ist. Schaut aufs Erste a bissl kompliziert aus, aber die einzelnen Komponenten sind schnell zubereitet, einzig die Kühlzeiten muss man einrechnen.

Als Variante (z. B. wenn man eine Komponente nicht mag), könnte man auch nur 2 von drei Teilen kombinieren. Bzw. funktionieren das Rote Rüben Mousse und das Tartar natürlich auch als eigenständige Vorspeise, ich würde hier einfach die Menge verdoppeln. Das Apfelkren-Mousse könnte ich mir gerade jetzt beim Schreiben als Schicht auf einer Tafelspitz-Sulz vorstellen, hmmmm ……
Bevor ich zu sehr abschweife, hier das Rezept:

Rote Rüben Mousse
200 g rote Rüben gekocht und in Würfel geschnitten
100 g Sauerrahm
3 EL frisch gerissener Kren
1/2 TL Kümmel
1 TL Honig
1 TL geriebene Zitronenschale (natürlich Bio)
mit dem Stabmixer zu einer feinen Masse pürieren. Mit Salz, Pfeffer und Muskat würzen.

3 Blatt Gelatine in kaltem Wasser einweichen, ausdrücken und in 50 ml leicht erwärmtem Obers auflösen und mit der Rote-Rüben-Masse verrühren. Auf 4 Portionsgläser (ca. 200 ml) verteilen. Wer so etwas nicht hat, Whiskey-Gläser tun’s auch. Die Gläser kalt stellen, damit die Masse fest werden kann, bevor die zweite Schicht eingefüllt wird, das Ganze soll sich ja nicht vermischt (dauert ca. 1 Stunde). Während das erste Mousse fest wird, kann die nächste Schicht vorbereitet werden.

Apfelkren-Mousse
2 mittelgroße, säuerliche Äpfel schälen, entkernen und in kleine Würfel schneiden
In 100 ml Most (oder Apfelsaft, wenn’s alkoholfrei sein soll) und 1/2 TL ganzem Anis weich kochen (dauert ca. 5 Minuten je nach Größe der Würfel). Danach abkühlen lassen. Wer den Anisgeschmack nicht mag, einfach weglassen (mich erinnert der Geschmack an Ouzo, also Griechenland, also Urlaub – momentan nicht das Schlechteste 🙂

Die Apfelwürfel samt Flüssigkeit plus 1 TL Honig und 2 EL frisch gerissenem Kren mit dem Stabmixer pürieren und mit etwas Salz und Pfeffer abschmecken. Danach Kühlschrankkontrolle: Erst wenn sicher ist, dass die erste Mousse fest ist, 2 Blatt Gelatine in kaltem Wasser einweichen, ausdrücken und in 50 ml leicht erwärmtem Most oder Apfelsaft auflösen. Unter das Apfelmus rühren und als zweite Schicht in die Gläser füllen. Danach wieder ab in den Kühlschrank.

Lachsforellentartar
200 g geräucherte Lachsforelle ohne Haut und entgrätet, in feine Würfel geschnitten mit dem Saft 1/2 Bio-Zitrone, 1/2 fein gehackten roten Zwiebel und 1 EL Olivenöl extra vergine vermischen und mit Salz und Pfeffer würzen. Das Tartar als dritte Komponente in die Gläser füllen und mit etwas Grünem dekorieren (Brunnenkresse, Petersilie, Schnittlauch)

Et voilà…..

Mit Toastbrot, Baguette oder geröstetem Schwarzbrot servieren.

Guten Appetit und viel Freude beim Nachkochen!

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