Gemüse, Hauptspeisen, Kürbis, Rezept

Ofenkürbis mit Lamm-Bulgur-Fülle auf Tomaten-Oliven-Ragout

„Kochen ist eine Sprache, durch die man Harmonie, Kreativität, Glück, Schönheit, Poesie, Komplexität, Magie, Humor, Provokation und Kultur ausdrücken kann.“

Ferran Adrià

Dieses Zitat von Ferran Adrià beinhaltet so viele schöne Dinge, die so essenziell wichtig in meinem Leben sind. Harmonie und Glück, Schönheit und Poesie, Magie und Kultur und vor allem die Kreativität.

Bis vor 2 Jahren dachte ich, ich wäre nicht kreativ. Warum auch immer. Kreativität verband ich mit künstlerischen Talenten wie Malen und Musizieren. Beim Malen bin ich sozusagen talentfrei und beim Musizieren eher mäßig begabt – sag ich halt mal – fragen wir bitte nicht die, die mir beim Singen zuhören müssen 😉.

Mein Talent ist halt das Zusammenfügen von Zutaten zu einem Kunstwerk. In meiner Phantasie entstehen oft schon die buntesten Bilder, wenn ich beim Einkaufen bin und schöne Lebensmittel sehe.

In meinen Lieblingsfarben gelb und orange lagen sie also da bei Karin Metz auf ihrem Biohof: die Kürbisse der Sorte „Festival“ und rufen mir zu „NIMM MICH MIT“.

Also nehme ich vorsichtshalber ein paar von den Hübschen mit und am Heimweg fliegen mir die restlichen Zutaten im Geiste zu und verbinden sich zu einem Rezept, das ehebaldigst umgesetzt werden will.

Und das schöne an Kreativprozessen: sie unterliegen der Veränderung. Also seid´s kreativ, verändert´s Zutaten oder ihr lasst es einfach wie es ist. Erlaubt ist, was gefällt.

Ich wünsch euch wie immer viel Freude damit und alles Liebe!

Eure
Krista

TIPP: Je nach Größe der Kürbisse bleibt euch vielleicht etwas von der Fülle übrig, diese könnt ihr einfach so essen oder als Fülle für einen Wrap oder auch eine Palatschinke verwenden.

Zutaten Kürbis mit Fülle:
4 Kürbisse zum Füllen (zB die Sorte Festival, hier ist auch die Schale zum Mitessen, wenn man mag)
250 g Lammfaschiertes
125 g Bulgur
250 g Wasser
1 Zwiebel (ca. 60 g), fein gewürfelt
2 – 3 Knoblauchzehen, fein gehackt
Rapsöl oder Olivenöl
1 Chilischote, sehr fein gehackt – wer´s nicht so scharf mag – einfach weglassen
1 große Fleischtomate, gewürfelt
1 TL Kreuzkümmel
1 Messerspitze Zimt
1 TL Oregano
1 TL Paprika edelsüß
1/2 Bund glatte Petersilie, gehackt
150 g Feta


Zutaten Tomatenragout
700 g Fleischtomaten, gewürfelt
150 g roter Zwiebel, gewürfelt
3 Knoblauchzehen, fein gehackt
Olivenöl
1 TL Ras-el-hanout
50 g schwarze, entsteinte Oliven, grob gehackt
1/2 Bund glatte Petersilie, gehackt
Salz, Pfeffer

Backrohr auf 180 Grad Heißluft vorheizen. Den halbierten, ausgehöhlten Kürbis 15 Minuten im Rohr backen.

Das Wasser mit etwas Salz aufkochen, den Bulgur einrühren und ca. 7 Minuten auf kleiner Flamme köcheln lassen. Zur Seite stellen. Das Öl in einer Pfanne erhitzen und zuerst Zwiebel und Knoblauch kurz anbraten und dann das Faschierte mitrösten, bis es Farbe bekommt. Die Chilischote und die Tomatenwürfel zugeben und die Gewürze zufügen. Zum Schluss das Faschierte, den Bulgur und den mit den Händen zerbröselten Feta in einer Schüssel verrühren und in den vorgegarten Kürbis füllen.

Die gefüllten Kürbisse bei 180 Grad eine weitere halbe Stunde garen, bis er weich ist. Je nach Sorte kann das kürzer oder länger dauern. Also mit einer Gabel oder einem Spieß ab und zu probieren, wie weich die Kürbisse schon sind.

Für das Tomatenragout etwas Olivenöl in einer Pfanne erhitzen und die Zwiebelwürfel anschwitzen, dann die Knoblauch- und Tomatenwürfel, die Oliven und das Ras-el-hanout zugeben und kräftig mit Salz und Pfeffer würzen. Ganz zum Schluss die gehackte Petersilie unterrühren und den Kürbis auf dem Ragout anrichten.

NO-WASTE TIPP:
Die Kerne vom Kürbis können zu gerösteten Kürbiskernen verarbeitet werden. Hierzu einfach die Kerne vom Fruchtfleisch und den Fasern befreien, gut waschen auf Küchenrolle ausbreiten und trocknen lassen (ev. auf einem Heizkörper oder der Fußbodenheizung). Die Kerne können nun mit etwas Öl und eventuell Gewürzen (zB Oregano, Thymian, Chili, Paprikapulver, Salz und Pfeffer vermischt werden und im Backrohr bei 180 Grad geröstet werden.

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„Hasselback“-Rüben mit Limettenbutter

Frühherbst oder Spätsommer?

Egal, wie man diese Zeit bezeichnet – ich liebe diese Tage, an denen es am Morgen herbstlich kühl ist, der Hochnebel in den Bergen hängt, beim ersten Kaffee des Tages am Balkon der Atem zu sehen ist, man aber weiß, dass spätestens das Mittagessen bei Sonne und Wärme draußen genossen werden kann.

Genauso ist auch dieses Essen: Herbstliches Wurzelgemüse mit sommerlichen Aromen.

Dem Ehemann/Testesser hats geschmeckt „A sehr a runde G´schicht“.

Apropos Geschichte: Der Name geht lt. Wikipedia auf den schwedischen Koch Koch Leif Elisson aus zurück, der diese Zubereitungsart 1953 im Restaurant Hasselbacken auf der Stockholmer Insel Djurgarden einführte. Es werden hier Kartoffeln eingeschnitten, mit Butter bestrichen und im Ofen gegart. Und nicht nur Kartoffeln kann man dafür verwenden.

Ich steh ja auf ausgefallene Gemüsesorten und -raritäten. Die rote Rüben der Sorte „Goldball“, die ich beim Netswerk geholt habe, (https://www.netswerk.net/gstadt/) eignen sich hervorragend für dieses Aromenzusammenspiel.

Vorspeise für 4 Personen:
4 Rote Rüben „Goldball“ (oder natürlich „normale“)

Limettenbutter:
50 g Butter
20 g Olivenöl
Schale und Saft von 1/2 Biolimette
1 Knoblauchzehe gehackt
5 g Ingwer gerieben
Salz und Pfeffer

Limetten-Petersilien-Joghurt
400 g griechisches Joghurt
1 Chilischote fein gehackt
1 Knoblauchzehe fein gehackt
1 Hand voll Petersilie gehackt
1 EL Olivenöl
Salz und Pfeffer

Jungzwiebel zur Dekoration



Das Backrohr auf 180 Grad Heißluft vorheizen. Die Rüben waschen und in eine ofenfeste Form mit ca. 2 cm Wasser geben. Ca. 1 Stunde im Ofen garen.

Während die Rüben im Ofen sind, alle Zutaten für die Limettenbutter in einen Topf geben und erhitzen, bis die Butter geschmolzen ist. Die Rüben in eine Auflaufform setzen und mit 1/3 der Limettenbutter beträufeln bzw. in die Einschnitte füllen. Für ca. 30 Minuten bei 190 Grad Heißluft im Ofen backen, bei der Hälfte der Backzeit wiederum mit 1/3 der Limettenbutter übergießen.

Für das Limetten-Petersilien-Joghurt alle Zutaten verrühren und abschmecken. Je nach gewünschter Schärfe kann mehr oder weniger Chili genommen werden.

Am besten schmeckt das Ganze, wenn die Rüben leicht lauwarm auf dem Joghurt angerichtet werden und mit der restlichen Limettenbutter und Jungzwiebelringen garniert werden. Wer mag, nimmt sich noch ein Stück Baguette dazu und setzt sich damit in die Sonne.

Viel Freude beim Nachmachen und lasst es euch schmecken!

Eure

Krista von kochliebe.at

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