Fleisch, Hauptspeisen, Italienische Küche, Jause, Rezept, Snacks, Vorspeisen

Supplì alla romana – römische Reiskroketten

Unsere Italienreise führt uns nach unserem Aufenthalt in Neapel nun nach Rom – in die ewige Stadt.

Die römischen Supplì sind DAS Streetfood in der italienischen Hauptstadt. Angeblich brachten die Truppen Napoleons mit Fleisch gefüllte weiße Reisbälle nach Rom, welche dann weiter entwickelt wurden. Daher der Name Supplì alla romana – vom französichen Wort „surprise“ – für die Überraschung im Inneren – nämlich den Mozarella.

Umgangssprachlich werden die köstlichen Kroketten auch supplì al telefono genannt, da die Fäden, die der Mozarella zieht, an „Telefonkabel“ erinnern.

Bei Streetfood möge man meinen, es handelt sich um schnelle Küche. Das sind die Supplì zwar sicher beim Essen, bei der Zubereitung bei Gott nicht. Aufwändig, aber jede einzelne Minute wert.

Wenn ich also wieder einmal von mehreren Kilo Faschierten einen riesigen Topf Ragu alla Bolognese koche, dann wird 1/2 kg davon für dieses Rezept verplant.

Viel Freude beim Nachmachen und buon appetito, ihr Lieben ♥️,
wünscht euch eure Krista von kochliebe.at.

ergibt ca. 25 Stk. (à 50 g)

30 g Butter
1 EL Olivenöl
400 g Risottoreis
100 ml Weißwein
1/2 l Rindsuppe
2 Eier
30 g geriebener Parmesan
500 g Ragú alla Bolognese
100 g Mozarella in kleine Würfel geschnitten
Mehl, Ei, Brösel zum Panieren

Butter im Olivenöl schmelzen und den Risottoreis darin glasig werden lassen. Mit dem Weißwein ablöschen, kurz einkochen lassen und dann nach und nach mit Suppe aufgießen. Wie bei Risotto – immer wieder einen Schöpfer nach gießen und dann wieder weiter köcheln lassen, bis die Flüssigkeit aufgesaugt ist. Aufs Umrühren nicht vergessen, das kann recht schnell anbrennen. Der Reis sollte nicht ganz al dente gekocht werden, da die Bällchen nachher noch frittiert werden und der Reis sonst zu matschig wird.
Die Masse dann etwas abkühlen lassen, bevor die 2 Eier, der geriebene Parmesan und das Ragú untergerührt werden.

Mit feuchten Händen Kugeln zu je 50 g formen und jeweils ein paar Mozarellastückchen in der Mitte verstecken. Im Anschluss werden die Bällchen klassisch paniert (Mehl, Ei, Brösel) und dann in heißem Öl frittiert bzw. so wie ich es auch manchmal mache: rundherum mit Öl einpinseln und in meinem Mutltidampfgarer bei 180 Grad Intervalldampf 30 Minuten auf einem Patisserieblech backen.

Standard
Allgemein, Österreichische Küche, Fleisch, Hauptspeisen, Rezept

Schnitzerl-Zeit 🇦🇹

So fängt das Wochenende gut an. Am Freitag gleich einmal a Schnitzerl mit Erdäpfelsalat.

Als g’lernter Österreicher nimmt man natürlich Schweineschmalz zum Ausbacken und rüttelt immer schön an der Pfanne, damit die Panier schön souffliert.

🇦🇹
Die Zutatenliste ist bekanntlicherweise kurz:
Schnitzelfleisch (ich nehm entweder das Kaiserteil oder Filet, wenns Fingerfood werden soll)
Salz und Pfeffer
Mehl, Ei –  leicht verquirlt und Brösel
Fleisch salzen und pfeffern, mit Mehl, Ei und Brösel parieren und in heißem Schmalz knusprig herausbacken.
🇦🇹
Mein Erdäpfelsalat besteht aus 1 kg festkochenden Erdäpfeln, die ich in meinem Dampfgarer 40 Minuten gare, noch heiß schäle und dann etwas abkühlen lasse. Lauwarm in Scheiben geschnitten werden die Erdapferl dann mit folgendem Dressing vermengt:
200 ml Rindsuppe aufkochen und 1 klein gehackte rote Zwiebel 2 Minuten darin leicht köcheln lassen (Dann ist der Zwiebel bekömmlicher). Die Zwiebel abseihen und die Suppe auffangen. 4 EL Rapsöl, 4 EL Hesperidenessig,  1 TL englischer Senf, Salz und Pfeffer mit der Suppe verquirlen und über die Erdäpfelscheiben gießen. 1 Stunde durch ziehen lassen und vor dem Servieren nochmals mit Salz und Pfeffer abschmecken und mit Schnittlauch dekorieren.
🇦🇹
Mahlzeit ihr Lieben und ein wunderbares Wochenende euch allen von mir
♥️
Krista
#kochliebekrista #kochliebe #österreichischeküche #wienerschnitzel #wiebeioma #food #foodbloggerösterreich #foodbloggermostviertel #erdäpfelsalat #mangönntsichjasonstnix #schnitzerl

Standard
Fleisch, Jause, Rezept, Vorspeisen

Beef Tartar

Es gibt dieses eine Gericht auf der Speisekarte, das ich im Restaurant einfach immer bestellen muss, auch wenn es tausend andere feine Sachen gibt. Kennt ihr das?

So geht´s mir mit Beef Tartar.

Ab und zu belohne ich mich dann auch zu Hause damit. Belohnungen sind nämlich wichtig für die Seele 😊

Und ich sag´s gleich: ich hacke das Fleisch nicht selber, sondern lass mir das beim Fleischhauer meines Vertrauens doppelt faschieren. Ja, ich gestehe – da bin ich faul 😉

Und obwohl ich sonst eher der Typ „klassische Zubereitung“ bin, hab ich diesmal was dazugemischt, das mir bei einem meiner letzten Ausflügen in unseren Regionalladen in die Hände gefallen ist: Kürbiskern Spice vom Kürbishof Metz in Haag (https://www.biokuerbishof-metz.at/ – unbeauftragte, unbezahlte Werbung)

Kleiner Tipp am Rande noch:
es muss nicht zwingend das Filet vom Rind sein, ich nehme weißes oder schwarzes Scherzl, das schmeckt auch ganz fein.

1/2 kg schwarzes Scherzel – doppelt faschiert
50 g Zwiebel, fein gehackt
30 g Gurkerl, fein gehackt
1 TL Kapern
1 TL Abrieb von der Biozitrone
1 EL Rapsöl
2 EL Ketchup
1/2 TL Cayennepfeffer
1 TL englischer Senf

Als Spezialzutat: 1 TL Kürbis Spice (vom https://www.biokuerbishof-metz.at/ – wenn das nicht vorhanden ist, einfach mehr würzen oder die gute alte Worcestershiresauce nehmen.

Salz und Pfeffer (Achtung beim Salz, wenn man das Kürbis Spice verwendet, das ist ähnlich wie Sojasauce relativ salzig.

Alle Zutaten gut vermengen und dann entweder auf Toastbrot, getoastetem Schwarzbrot oder sonstigem Gebäck genießen.

Standard
Österreichische Küche, Fleisch, Hauptspeisen, Rezept

Fleischlaberl mit Püree

Klassisch, ohne viel Schnick-Schnack – so mag ich es. In allen Lebensbereichen. Und gerne auch beim Essen.

Also gab es an unserem 5. Hochzeitstag einen österreichischen Küchenklassiker:
Fleischlaberl mit Erdäpfelpüree (für alle Nicht-Österreicher 😉 – Buletten oder Fleischpflanzerl)

Beides schön flaumig und so a richtiges Wohlfühlessen an einem regnerischen Sonntag.

Und jetzt ab auf die Couch mit Tee und Zeitung, bevor morgen der Alltag wieder zuschlägt.

Schönen Sonntagabend und einen guten Start in die Woche wünscht euch eure Krista ♥️

Ergibt 6- 8 Laberl:

1/2 kg Faschiertes
1 kleine Zwiebel fein gewürfelt
1 Knoblauchzehe fein gehackt
1 TL englischer Senf
2 TL Majoran
1/2 TL scharfes Paprikapulver
1/2 altbacken Semmel in Wasser eingeweicht und dann wieder ausgedrückt
Salz und Pfeffer
Rapsöl

Zwiebel und Knoblauch in Rapsöl glasig braten und mit allen anderen Zutaten zum Fleisch geben und mit den Händen gut durchkneten. Laberl formen und in Rapsöl schön langsam von beiden Seiten braten, bis sie braun und knusprig sind (dauert auf jeder Seite zwischen 10 und 15 Minuten).

Püree

1 kg mehlige Erdäpfel
Salz
100 g Butter
250 ml Milch
Muskatnuss

Die Erdäpfel schälen, in Würferl schneiden (dann gehts schneller) und in Salzwasser kochen o der wer hat, im Dampfgarer weich dämpfen. Noch heiß durch eine Kartoffelpresse drücken oder mit einem Kartoffelstamper zerstampfen. Die Butter dazu geben, mit Salz und geriebener Muskatnuss würzen und dann die Milch zufügen alles schön cremig rühren.

Standard
Fleisch, Hauptspeisen, Rezept

Mostviertler Empanadas auf Most-Senf-Kraut

„Regionale Kulinarik verbunden mit Weltoffenheit“,

so hat mein Schwager Dr. Martin Haltrich mich und meinen Blog auf Radio NÖ vor einiger Zeit in einem seiner Interviews beschrieben. Das ist mir beim Entwickeln und Schreiben dieses Rezeptes wieder in den Sinn gekommen und passt – so finde ich – unglaublich gut zu diesem Rezept mit regionalen Zutaten und spanisch angehauchtem Namen.

Wesentlich an der Zubereitung dieses Gerichtes ist der Faktor Zeit. Das Rezept ist nichts für Fans der schnellen Küche. Erstens schmort das Fleisch schon einmal 3 Stunden im Rohr und zweitens lasse ich das zerkleinerte Bratenfleisch in der Sauce über Nacht ziehen, damit die Fülle schön saftig wird und die richtige Konsistenz bekommt.

Slow-Food vom Feinsten also.

Wenn man dann noch rechnet, dass man – so wie ich – die Lebensmittel vom Produzenten direkt kauft, klingt das ganz schön aufwändig, aber dieser Aufwand lohnt sich allemal, wenn man das Ergebnis einmal verkostet hat. Das Rezept ergibt übrigens ca. 30 Teigtaschen, die man auch gut einfrieren kann und bei Bedarf einfach frisch herausbäckt. Dann wird das Slowfood zum hausgemachten Fastfood.  

 

Fleischfülle:

500 g Bio-Rinderbratenfleisch (zB https://bio-galloway.at/)

2 EL in Essig eingelegte Senfkörner (ich habe meine selbst eingelegt, aber unter dem Namen „Senfkaviar“ oder „Bauernkaviar“ kann man die auch kaufen)

gehackter Rosmarin, Salz und gemahlene, getrocknete, gehackte Orangenschale je nach Wunschgeschmack vermischen

10 Körner tasmanischer Bergpfeffer (normaler Pfeffer tut’s natürlich auch, aber der ist besonders!) gemörsert

1 EL Schweineschmalz

Je 120 g Lauch, Sellerie und Karotten in ca. 1 cm große Würfel geschnitten
1 große rote Zwiebel, gewürfelt
2-3 gehackte Knoblauchzehen
2 EL Tomatenmark
¼ l Most
¼ l Rindsuppe

Topfenteig:

200 g zerlassene Butter
225 g Topfen vom Bauern (mit mehr Fettanteil, zB. von https://www.milchwerkstatt-krenn.at/)
375 g Mehl (die Hälfte griffig und die andere Hälfte glatt)
Salz

Most-Senf-Kraut:

2 EL Schweineschmalz
1 Zwiebel gewürfelt
1-2 EL Honig (je nach gewünschter Süße)
2 EL Senfkörner (grob gemörsert)
700 g Weißkraut (in Fleckerl geschnitten)
300 ml Most
Salz, Pfeffer, etwas gemahlener Kümmel
6 Wacholderbeeren (angedrückt)
4 Lorbeerblätter (eingeschnitten)
½ – 1 TL Chiliflocken (je nach gewünschtem Schärfegrad)
60 ml Obers (ungeschlagen)

Zubereitung:

Fleischfülle:

Das Fleisch rundherum mit der Rosmarin-Salz-Orangenmischung und den gemörserten Pfefferkörnern einreiben und die obere Seite mit den Senfkörnern bestreichen. Im Schweineschmalz ordentlich scharf anbraten.

Das Fleisch herausnehmen und im Bratensatz das Gemüse anrösten, bis alles schön braun ist. Das Tomatenmark zugeben und ca. 2 Minuten mitrösten.

Mit Most und Suppe aufgießen und dann für 3 Stunden bei 130 Grad ins Rohr.

Nach dieser Zeit sollte das Fleisch schön weich sein. Das Fleisch aus der Sauce nehmen und etwas abkühlen lassen, damit es sich besser schneiden lässt. Sobald der Braten kalt ist, in Scheiben, danach in kleine Würfel schneiden und mit der Sauce verrühren, die dann über Nacht kühl gestellt wird.

Topfenteig:

Am nächsten Tag bereitet man dann als erstes den Topfenteig zu.

Zuerst Butter und Topfen verrühren, etwas salzen, mit dem Mehl vermengen und mit den Händen zu einem glatten Teig kneten. In Frischhaltefolie einpacken und mind. 1 Stunde kühl stellen und rasten lassen.

Eine saubere Fläche mit Mehl bestauben und den Teig portionsweise 2-3 mm dick ausrollen und Kreise mit ca. 10 cm ausstechen.

Auf jedes Teigstück etwas Fülle geben, die Teigränder mit etwas Wasser bestreichen, damit’s besser pickt (also hält) und zusammenklappen.

Die Ränder mit den Zinken einer Gabel festdrücken, damit die Teigtaschen beim Braten nicht aufgehen.

Die fertig gefüllten Empanadas werden dann schwimmend in Öl goldbraun heraus gebacken und mit dem Mostkraut serviert.

TIPP: Das Rezept reicht für ca. 30 Stück mit 10 cm Durchmesser – was von den nicht gebratenen Empanadas nicht sofort gegessen wird, kann ein paar Tage im Kühlschrank aufbewahrt werden und auch ganz gut eingefroren werden. Ich backe die tiefgefrorenen Teigtaschen ohne Auftauen direkt im Öl ganz langsam heraus. Die Empanadas sind auch super als Fingerfood geeignet, anstelle des Mostkrauts würde ich sie dann zB mit einen Sauerrahm-Dip mit Knoblauch und Schnittlauch servieren.

Most-Senf-Kraut:

Die Zwiebelwürfel in Schmalz leicht bräunen, dann den Honig und den Senf zugeben und ein paar Minuten mitrösten. Das Kraut dazu geben und einige Minuten bei etwas mehr Hitze mitbraten, sodass alles etwas bräunt. Mit dem Most ablöschen, die Gewürze dazugeben, die Hitze reduzieren und 25 Minuten zugedeckt dünsten lassen.

Weitere 5 Minuten mit offenem Deckel weiter dünsten, so dass die Flüssigkeit etwas verdampft. Wenn das Kraut durch, aber noch knackig ist, den Herd abdrehen, das Obers zufügen und noch einmal mit Salz und Pfeffer abschmecken.

TIPP:

Die Wacholderbeeren und die Lorbeerblätter in einen Teefilter geben, dann findet man sie leichter wieder.

Man kann das Kraut auch schon am Vortag zubereiten, während das Fleisch im Ofen ist.

Hier meine Bezugsquellen, für welche ich gerne Gratiswerbung mache 😊:

Rindfleisch: Bio-Gallowayhof Kerschbaumlehen bio-galloway.at
Topfen: Milchwerkstatt Krenn www.milchwerkstatt-krenn.at
Gemüse: Netswerk Gstadt www.netswerk.net/gstadt
Most: Regionalhütte Waidhofen www.regionalhuette.at
Bauernkaviar: Biohof Zillach www.zillach.at

Ich würde mich sehr freuen, wenn sich jemand die Arbeit macht und mein Rezept ausprobiert und mir dann schreibt, wie es geschmeckt hat. Ihr könnt mir auch gerne ein Foto davon schicken (kochliebe@gmx.at) oder in meinen sozialen Medien (Facebook oder Instragram unter kochliebe.at) teilen.

Viel Spaß dabei!

Krista

Standard
Fleisch, Hauptspeisen, Rezept

Fleisches(s)lust

Hauptgang „Be my Valentine“-Menü


Hüftsteak im Ganzen mit Polenta und Balsamicozwiebeln

Ich esse Fleisch. Punkt.
Gerne. Punkt.

ABER: Dafür selten und ich weiß, wo es aufgewachsen ist.

Das Fleisch für den Hauptgang hab ich mir direkt ab Hof bei Marlene und Johannes vom Galloway Biohof Kerschbaumlehen in Ybbsitz geholt.
https://bio-galloway.at/ (unbezahlte Werbung).
Jedes 2. Monat gibt es dort einen Vermarktungstag, wo man die vorbestellten Fleischstücke abholen kann. Das ist für mich jedes Mal ein Erlebnis der besonderen Art, ich fahre durch die schöne Landschaft des Mostviertels, genieße die Aussicht und freu mich auf ein Plauscherl mit der lieben Leni. Also nicht nur Slow-Food, sondern auch schon Slow-Shopping :).
Danke an so engagierte junge Bauern, die so etwas möglich machen!

Ich hab mir ein schönes Stück Hüftsteak im Ganzen ausgesucht. Umhüllt mit einer Pfeffer-Gewürzmischung für die gewisse Schärfe, im Rohr zart rosa gebraten und dazu ganz einfach Polenta und Balsamicozwiebeln, damit das Fleisch im Vordergrund bleibt.


Das Rezept reicht je nach Hunger für 2-4 Personen.

1/2 kg Huftsteak im Ganzen
1 TL Koriander ganz
1 TL gelbe Senfkörner
1 TL schwarze Pfefferkörner
1 TL Langpfeffer im Ganzen
1 TL tasmanischer Bergpfeffer, ganz
Zitronenabrieb einer halben Biozitrone
1 TL Butterschmalz



Die Gewürze in einer Pfanne trocken anrösten,
bis es duftet und knistert, aber nicht verbrennt.
Abkühlen lassen und in einer Gewürzmühle
(oder einer alten Kaffeemühle) nicht ganz fein
mahlen und mit dem Zitronenabrieb vermischen.

Das Fleisch ca. 1 Stunde vor der Verarbeitung aus dem Kühlschrank nehmen, zuputzen, rundherum salzen und mit der Pfeffer-Gewürzmischung einreiben. In einer ofenfesten Pfanne in Butterschmalz nicht allzu scharf (sonst verbrennen die Gewürze und werden bitter) rundherum anbraten. In die Mitte des Fleisches einen Kerntemperaturmesser stecken und bei 80 Grad bis zu einer Kerntemperatur von 55 Grad im Ofen garen. Das hat bei meinem Fleischstück ca. eine Stunde gedauert.

Währen das Fleisch im Ofen ist, können die Beilagen gemacht werden. Es gibt Polenta und Balsamicozwiebeln:

150 g Polenta
1 TL abgerieben Zitronenschale
300 g Wasser
Salz, Muskat

Die Polenta in gesalzenem Wasser aufkochen lassen und ca. 5 Minuten bei sehr wenig Hitze am Herd quellen lassen (Achtung: immer umrühren, das brennt echt schnell an). Mit Salz, Zitronenschale und Muskatnuss abschmecken und dann eine Auflaufform mit Backpapier auslegen und die Polentamasse rd. 1,5 cm hoch aufstreichen und abkühlen lassen. Wenn das Ganze kalt und fest ist, auf ein Brett geben und in Stücke schneiden oder Formen mit einem Keksausstecher ausstechen. Dann in Butter goldgelb braten.

4 rote Zwiebeln
frischer Thymian
Öl
Salz, Pfeffer
50 ml Brombeerbalsamico (selbstgemacht) – Alternativ dazu ein süßlicher Balsamico

Die Zwiebeln in Ringe schneiden, in Öl anbraten und mit Balsamico ablöschen. Mit Salz und Pfeffer und frischem Thymian würzen und so lange leicht köcheln lassen, bis die Zwiebeln etwas weich sind, aber noch Biss haben.

Wenn das Fleisch die gewünschte Kerntemperatur erreicht hat, aus dem Ofen nehmen und in Alufolie noch etwas ruhen lassen. Währenddessen wird die Sauce gemacht. Dazu den Bratensatz mit dem Saft einer Orange (Blutorange) und 20 ml Portwein aufkochen, etwas einreduzieren lassen und mit 1,5 EL Butter montieren.

Und dann kann schon alles zusammen hübsch auf einem Teller angerichtet werden.

Standard
Österreichische Küche, Fleisch, Geschenke aus der Küche, Jause, Rezept, Snacks, Vorspeisen

Speck-Zwiebelmarmelade

Speck jausnen, das war eine der Lieblingsbeschäftigung vom Opa meines Mannes. Bei meiner ersten Begegnung an seinem Fischteich mit ihm war seine erste Frage, ob ich eh an Speck mag, die zweite, ob ich eh an Spritzer trink :). Beides habe ich mit Bravour gemeistert. Nach jedem Besuch bei ihm im Waldviertel war der Kofferraum auf der Heimfahrt voll mit Gselchtem. Ich hoffe, im Himmel gibt’s auch a gscheide Jausn.

Ich hab gestern früh ein frisches Röstzwiebelbaguette dazu gemacht und für meinen persönlichen Vorkoster daheim, dem die Vorliebe für Geräuchertes quasi in die Wiege gelegt wurde, konnte der Tag fast nicht mehr besser werden.

20 dag durchzogener Speck, kleinwürfelig geschnitten
3 mittelgroße rote Zwiebel, kleinwürfelig geschnitten
1 Knoblauchzehe, gehackt
80 ml Portwein
60 ml Ahornsirup
30 ml Brombeer-Balsamico (oder normaler Balsamico)
½ TL Chiliflocken
1 Messerspitze Zimt
1 Sternanis
½ Bioorange (Zesten und Saft)
Salz und Pfeffer nach Bedarf

Den Speck in einer Pfanne ohne Fett auslassen, dann die Zwiebel dazu geben und auch mit anbraten, bis alles etwas gebräunt ist. Danach mit Portwein, Balsamico und Orangensaft ablöschen. Dann die restlichen Zutaten dazugeben und so lange leicht köcheln lassen, bis die Zwiebelwürfel weich sind und die Flüssigkeit einreduziert ist. Noch heiß in Gläser füllen.

Schmeckt auf Brot, zu Käse, super als Burgerbeilage u.v.m.

Eignet sich auch super als selbstgemachtes Weihnachtsgeschenk aus der Küche.

Viel Freude beim Nachmachen und vor allem bei Essen!

Eure Krista von kochliebe.at

Standard
Fleisch, Hauptspeisen, Rezept

Der Geschmack von Weihnachten

Auflauf mit Faschiertem, Zucchini, Erdäpfel und orientalischen Gewürzen

Was macht Frau, wenn sich der liebe Mann ein Abendessen wünscht, das irgendwie ein bisschen nach Weihnachten schmeckt? Hm, wie schmeckt Weihnachten eigentlich? Ich denke dabei an Zimt, Nelken, Sternanis, Kardamom und Orangen. Bevor ich zu sehr an Glühwein und Kekse denke, werfe ich einen Blick in meine Gewürzlade. Und siehe da – schon länger nicht verwendet – ein angefangenes Sackerl Ras el Hanout.

„Ras el hanout“ ist eine Gewürzmischung aus der orientalischen Küche, und kann mit Kopf des Ladens übersetzt werden. Wohl deshalb, weil nur der Kopf – also der Chef eines Gewürzladens – in der Lage war, eine solch komplizierte und aus bis zu 35 verschiedenen Gewürzen bestehende Mischung zusammen zu stellen.

Bestandteile der aromatischen Gewürzmischung sind Zimt, Nelken, Anis, Ingwer, Kurkuma, Koriander, Piment, Chillies, Pfeffer, Kardamom, Muskatnuss, Sternanis, Orangenschale, Bockshornklee, Kreuzkümmel und noch einige andere. Es ist eine harmonische Mixtur aus würzigen, blumigen, holzigen und scharfen Aromen, die sich wunderbar ergänzen und daher irgendwie nach Weihnachten schmeckt.

Inspiriert von der griechische Küche – in welcher auch sehr gerne ähnliche Aromen verwendet werden – entstand in meiner Küche dann dieser herrliche moussaka-ähnliche Auflauf mit Zucchini, Erdäpfel und Faschiertem und was soll ich sagen …. das Christkind stand fast vor der Tür.

Zutaten:
½ kg Faschiertes
½ kg Erdäpfel (vorgekocht und abgekühlt,
in 0,5 cm Scheiben schneiden)
2 mittelgroße Zucchini (in Scheiben mit ca. 0,5 cm geschnitten)
4 Knoblauchzehen fein gehackt
1 rote Zwiebel würfelig geschnitten
5 EL Tomatenmark
100 ml Weißwein
100 ml Rindsuppe
5 g Ras el Hanout
Salz, Rosmarin
Olivenöl

Zutaten und Zubereitung Bechamelsauce:
50 g Butter
50 g Mehl
½ l Milch
Muskatnuss, Zimt
Salz, Pfeffer
Die Butter in einem Topf bei mittlerer Hitze zerlassen, das Mehl einrühren und mit Milch aufgießen und unter ständigem Rühren eindicken lassen. Vom Herd nehmen und mit Salz, Pfeffer, Muskatnuss und Zimt würzen.

  • 3 EL Olivenöl mit der Hälfte vom gehackten Knoblauch, Rosmarin, Salz und Pfeffer verrühren. Die Zucchinischeiben in eine Schüssel geben und mit der Öl-Knoblauch-Mischung übergießen und alles durchmischen, sodass die Zucchinischeiben rundherum mit Öl bedeckt sind. Ein Backblech mit Backpapier auslegen und die Zucchinischeiben gleichmäßig darauf verteilen. Im vorgeheizten Backrohr bei 220 Grad Heißluftgrillen 5 – 7 Minuten gleichmäßig braun werden lassen.
  • Das Faschierte in Olivenöl scharf anbraten, dann Zwiebel und Knoblauch dazu geben und weiterbraten. Das Tomatenmark dazugeben und mitrösten lassen. Danach mit Weißwein ablöschen und mit Wasser aufgießen. Mit Ras el Hanout und Salz würzen. So lange leicht köcheln lassen, bis die Flüssigkeit verdunstet ist. Zum Schluss abschmecken.
  • Eine Auflaufform mit Öl auspinseln. Die erste Lage sind Erdäpfelscheiben, die die Flüssigkeit von darüber schön aufsaugen. Auf die Erdäpfel eine Lage Fleischsauce, dann eine Lage Zuchini, dann wieder Erdäpfel usw. bis die Form voll ist. Oben drauf kommt die Bechamelsauce.
  • Im vorgeheizten Backrohr bei 200 Grad Heißluft ca. 30 Minuten goldbraun backen. (Wer einen Multidampfgarer hat, bei Intervalldampf bei 180 Grad 30 Minuten backen).

Ich wünsche viel Freude beim Nachkochen und guten Appetit

Eure Krista
von kochliebe.at


In meinem vorigen Betrag, dem Kürbis-Gewürz-Eis (https://kochliebeat.wordpress.com/2020/12/09/teil-3-der-kurbis-trilogie-kurbis-gewurz-eis/) Gewürz-Eis gab es auch Einiges an Gewürzen, die schon an Weihnachten denken lassen.

Standard